Auswirkungen eines nonverbalen Rhythmustrainings auf die Sprechmotorik und Sprechflüssigkeit bei stotternden Kindern

Alicia Kluth, Marilyne Lemire-Tremblay, Heloïse Tanquay, Marie-Blanche Lessard & Simone Falk
Ludwig-Maximilians-Universität München & Université de Montréal

Die neurofunktionellen und -strukturellen Abweichungen in den Arealen, welche für die Verarbeitung und Produktion von Rhythmus zuständig sind, haben zu der Annahme geführt, dass dem Störungsbild Stottern ein Rhythmus-Defizit zugrundeliegt. Dieses äußert sich jedoch nicht nur auf verbaler sondern auch auf nonverbaler Ebene. Dementsprechend soll untersucht werden, ob ein nicht-sprachliches Rhythmustraining als App auf einem Tablet auch Transfereffekte auf die verbale Domäne haben kann und ob technologiegestützte, spielerische Interventionen die Rehabilitation bei Stottern unterstützen können.

Die kommunikative Partizipation von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen im Vorschulalter: Erste Daten mit dem FOCUS©-34-G

Svenja Zauke & Sandra Neumann
Universität Erfurt

Bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen (SES) können sich Symptome auf sprachlich-funktionaler Ebene sehr variabel auf die kommunikative Partizipation im Alltag auswirken. Der deutsche ‚Fokus auf den Erfolg der Kommunikation für Kinder unter sechs Jahren‘ (FOCUS©-34-G) ist ein evaluierter Fragebogen zur Fremdeinschätzung der kommunikativen Partizipation von Kindern (1;6 bis 5;11 Jahre). Ziel unserer Studie war die Untersuchung der Auswirkungen einer SES auf die kommunikative Partizipation der betroffenen Kinder mit SES im Alter zwischen 2;0 und 4;11 Jahren anhand des FOCUS©-34-G. Die Ergebnisse zeigen eine eingeschränkte kommunikative Partizipation von Kindern mit SES, die es in einer ICF-CY-orientierten sprachtherapeutischen Intervention zu beachten gilt. Als klinisches Assessmentinstrument kann der online verfügbare FOCUS©-34-G als Kurzversion des FOCUS©-G als geeignet angesehen werden.

Endspurt für den Posterwettbewerb

Egal ob Neueinsteiger:in oder erfahrene:r Postergestalter:in – dies ist Ihre Chance! Reichen Sie ein Poster ein (Frist: 30.09.) und präsentieren es live auf dem online-Herbsttreffen! Für den Wettbewerb schicken Sie das Poster vorab als pdf-Datei, welche durch eine Jury begutachtet wird. Weitere Infos unter “Poster”
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Posterjury für das Herbsttreffen 2022

Wir danken den drei Patholinguistinnen, die in diesem Jahr die Posterjury stellen werden. Sie werden die Poster im Vorfeld der Veranstaltung nach einem Kriterienkatalog bewerten und den mit insg. 200 € dotierten Posterpreis verleihen.
Poster können noch bis Ende September hier eingereicht werden.

Porträt der Jurorinnen 2022

ISi-Speech: Digitales Sprechtraining bei Morbus Parkinson: Evaluation KI-basierter Technologien in der logopädischen Versorgung

Kerstin Bilda, Anika Thurmann & Fiona Dörr
Hochschule für Gesundheit, Bochum

Morbus Parkinson (MP) ist in Europa die zweithäufigste neuro-degenerative Erkrankung und die damit einhergehende Dysarthrie erfordert ein hochfrequentes Therapieangebot für eine nachhaltige Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten. Neue Technologien mit integrierter Spracherkennung können ein erweitertes wirksames Eigentraining ermöglichen. Im Verbundprojekt HUMAINE wird ein auf künstlicher Intelligenz basierter Prototyp zum Sprechtraining im realen klinischen Versorgungssetting erprobt und evaluiert.
Ziel ist die Ableitung universeller und standardisierter Implementierungsstrategien zum nachhaltigen Einsatz neuer Technologien in der logopädischen Versorgung. Das vorgesehene Studiendesign sowie erwartete Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden im Poster präsentiert.

Programm & Call for Poster

Das Vortrags- und Workshop-Programm des 16. Herbsttreffens ist nun komplett unter Programm einsehbar.
Neben den vier Haupt- und drei Kurzvorträgen sowie fünf Kurzworkshops und einer Präsentation eines Aphasikerchors besteht für Sie die Gelegenheit, ein eigenes Poster zu einem sprachtherapeutisch relevanten Thema einzureichen. Infos dazu finden Sie hier.
Darüber hinaus wird es auch wieder digitale Stände und Pausenräume zum informellen Austausch geben.

Bild zum Programm

5 | Sickert: CIAT

Dr. Almut Sickert, MEDIAN Klinik NRZ, Magdeburg
CIAT – Eine intensive Form der Aphasietherapie

Workshopbeschreibung
In dem Workshop wird eine evidenzbasierte Modifizierung der Constraint-Induced Aphasia Therapy vorgestellt. CIAT ist eine intensiv durchgeführte Intervalltherapie. Durch die Unterdrückung nonverbaler Strategien und die Fokussierung auf sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten können signifikante Verbesserungen der sprachlichen Leistungen erreicht werden. In dem Workshop wird die Methode dargestellt, Möglichkeiten der Integration in den klinischen Alltag besprochen sowie Wirksamkeitsnachweise präsentiert.

Über die Referentin
Dr. Almut Sickert arbeitet seit 2001 in der neurologischen Rehabilitation. 2010 übernahm sie den Bereich spezieller Aphasietherapie. Seit 2014 ist sie als Therapieleiterin tätig. Neben der klinischen Tätigkeit ist sie als Dozentin in der Erwachsenenbildung beschäftigt. Ihr Schwerpunkt in Forschung, Lehre und Therapie ist die Anwendung intensiver Therapieverfahren bei der Behandlung von Patient:innen mit Aphasien aller Verlaufsphasen.