Die Posterjury beim 20. Herbsttreffen Patholinguistik

Maria Laufhäger, Dr. Jenny von Frankenberg und Dr. Jana Quinting haben sich bereit erklärt, die Begutachtung für den diesjährigen Posterpreis zu übernehmen. D.h. sie werden sich im Vorfeld des Herbsttreffens die Poster genau anschauen und anhand eines Bewertungsschemas hinsichtlich Inhalt, Aufbau bzw. Layout sowie formalen Aspekten beurteilen.
Vielen Dank für diese Arbeit! Weitere Infos zu den Jurorinnen finden sie im Posterbereich.
Die Abstracts der Poster, die im Rahmen des Herbsttreffens präsentiert werden, finden Sie im Programm.
Die Preisverleihung findet im Rahmen des Herbsttreffens am 10.10.2026 statt.

P05 | Benennintervention bei Aphasie

Tempo steigt, Interferenz bleibt: Benennintervention bei Aphasie
Kim Krumbholz1,2,3, Danièle Pino1,2,3, Frank Regenbrecht1,3 & Hellmuth Obrig1,3
1 Tagesklinik für Kognitive Neurologie, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Universität Leipzig
2 Physikalische Therapie und Rehabilitation, Universitätsklinikum Leipzig
3 Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig

Das Bild-Wort-Interferenzparadigma (PWI) erfasst eine zentrale Herausforderung der Sprachproduktion: irrelevante, aber semantisch verwandte Wörter zu ignorieren. Werden Bilder gemeinsam mit kategorial relatierten Distraktoren präsentiert (z. B. Birne–Apfel), sind Benennungen langsamer und fehleranfälliger als bei nicht verwandten Distraktoren (z. B. Birne–Auto). Dieser semantische Interferenzeffekt tritt sowohl bei neurotypischen Personen als auch bei Menschen mit Aphasie auf. Das Potenzial des PWI-Paradigmas als exekutives, interferenzbasiertes Training bei Wortabrufstörungen wurde bislang jedoch kaum untersucht. Die Studie prüfte, ob die wiederholte Konfrontation mit semantischen Distraktoren die Benennleistung von Menschen mit Aphasie und neurotypischen Erwachsenen verbessert. 17 Personen mit chronischer Aphasie und leichten bis moderaten Benennstörungen sowie 17 alters- und bildungsgematchte Kontrollpersonen absolvierten das PWI-Paradigma im Prä-Post-Design. In drei Trainingssitzungen wurde die Hälfte des Itemsets mit kategorial verwandten Distraktoren trainiert, die andere Hälfte blieb untrainiert. Die Analyse mittels linearer gemischter Modelle zeigte eine generelle Abnahme der Benennlatenzen vom Prä- zum Posttest. Der semantische Interferenzeffekt blieb jedoch unverändert und war zu beiden Zeitpunkten stabil nachweisbar. Die Ergebnisse sprechen für linguistisch-itemspezifische Trainingseffekte, nicht jedoch für eine exekutive Modulation semantischer Interferenz.

P04 | Lesegeschwindigkeit als Prädiktor des Lesesinnverständnisses

Schneller lesen, besser verstehen? Lesegeschwindigkeit in Klasse 7 als Prädiktor des Lesesinnverständnisses in Klasse 10
Hannah Heichen, Michael Wahl & Katharina Weiland
Institut für Rehabilitationswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Automatisierte Worterkennung gilt nach LaBerge und Samuels (1974) als Voraussetzung dafür, dass kognitive Ressourcen für die Konstruktion von Textbedeutung zur Verfügung stehen. Die vorliegende Studie untersucht auf Basis von Längsschnittdaten des BLab-Projekts der Humboldt-Universität zu Berlin, in welchem Ausmaß die Lesegeschwindigkeit in Klasse 7 das Lesesinnverständnis in Klasse 10 vorhersagt. Lesegeschwindigkeit wird dabei eng operationalisiert als Genauigkeit und Geschwindigkeit des Wort- und Pseudowortlesens (SLRT-II, Ein-Minuten-Leseflüssigkeitstest), Lesesinnverständnis über den LGVT 5-12+ erfasst. Aus einer Ausgangsstichprobe von 291 Schüler:innen einer Berliner Gemeinschaftsschule liegen bei 128 Schüler:innen vollständige Längsschnittdaten aus beiden Erhebungszeitpunkten vor. Wortlesen und Pseudowortlesen in Klasse 7 waren dabei signifikant positiv mit dem Lesesinnverständnis in Klasse 10 assoziiert. Die Lesegeschwindigkeit erwies sich auch unter Kontrolle von Alter, Geschlecht und Sprachhintergrund als eigenständiger, signifikanter Prädiktor des späteren Lesesinnverständnisses. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Lesegeschwindigkeit als Indikator automatisierter Worterkennung für die langfristige Leseentwicklung und legen nahe, dass sich die Lesegeschwindigkeit in Klasse 7 zur frühzeitigen Identifikation von Schüler:innen mit erhöhtem Risiko für spätere Schwierigkeiten im Lesesinnverständnis eignet.

P03 | Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen bei Mehrsprachigkeit

Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen bei Mehrsprachigkeit – ein Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse an der Université de Neuchâtel
Katrin Skoruppa & Salomé Schwob
Institut des sciences logopédiques, Université de Neuchâtel

Es werden ausgewählte Ergebnisse aus dem Institut des sciences logopédiques an der Université de Neuchâtel in der französischsprachigen Schweiz vorgestellt, die sich mit der Diagnosegenauigkeit verschiedener Testverfahren zur Feststellung von Sprachentwicklungsstörungen bei Mehrsprachigkeit befassen.
An einer Stichprobe von 72 fünf- bis achtjährigen Schulkindern mit und ohne Sprachentwicklungsstörungen, die entweder einsprachig (Französisch) oder zweisprachig (Französisch und Portugiesisch) aufwuchsen, wurden zunächst klassische Tests in verschiedenen Sprachdomänen (Lexikon, Morphosyntax) und -modalitäten (expressiv, rezeptiv) in beiden Sprachen erprobt. Diese erwiesen sich jedoch bei den zweisprachigen Kindern – auch unter Anpassung der Grenzwerte für Störungen – als unzuverlässig, vor allem im Bereich Wortschatz.
Quasi-universelle Tests, die weniger auf Wissen in einer Einzelsprache abzielen, wie das Nachsprechen von Nichtwörtern und das Erlernen neuer Wörter und Sprachstrukturen in einem interaktiven Vorlese-Setting, wiesen dagegen eine diagnostische Güte von 80–90% auf. Abschließend werden weitere vielversprechende Testaufgaben skizziert, an denen derzeit gearbeitet wird (zu Analogieerkennung, Verständnis von Gesten und Erzählfertigkeiten) und einen Ausblick auf erste Therapie- und Präventionsforschungsprojekte gegeben.

P06 | Narrative Kompetenzen bei Erwachsenen mit fokaler Epilepsie

Erfassung narrativer Kompetenzen bei Erwachsenen mit fokaler Epilepsie mittels Bildbeschreibung
Anna-Maria Strinzel1, Carola De Beer1, Sina Osthoff1, Thomas Cloppenborg2, Philip Grewe3 & Antje Lorenz1
1 AG Klinische Linguistik/Neurokognition der Sprache, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Universität Bielefeld
2 AG Prächirurgie, Universitätsklinik für Epileptologie, Krankenhaus Mara, Universitätsklinikum OWL, Bielefeld
3 AG Klinische Neuropsychologie mit Schwerpunkt Epilepsieforschung, Medizinische Fakultät OWL, Universität Bielefeld

Bei Erwachsenen mit fokalen Epilepsien (PWE) wie Frontal- (FLE) und Temporallappen-Epilepsie (TLE) sind vielfältige Sprach- und Kommunikationsstörungen beschrieben. Typische Symptome beim Nacherzählen von Texten sowie in Bildbeschreibungsaufgaben sind beispielsweise ausschweifende Erzählweise, mangelnde Kohärenz und Wortfindungsstörungen (D’Aprano et al., 2024; Dutta et al., 2020). Ziel des Projektes ist es, die Erzählfähigkeiten bei PWE im Deutschen anhand einer Bildbeschreibungsaufgabe zu untersuchen. Aufgabe war die Beschreibung der dargestellten Ereignisse in der Version des „Cookie-Theft“-Bildes von Berube et al. (2019). Die Stichprobe umfasst 28 PWE mit TLE und FLE. Alle PWE absolvierten zusätzliche sprachliche und neuropsychologische Aufgaben. Die PWE-Daten wurden mit Normdaten hinsichtlich des Kernwortschatzes (Bayrhof et al., 2026) und der Hauptkonzepte verglichen. Zudem wird eine Auswertung weiterer diskursiver Parameter durchgeführt. Sowohl beim Kernwortschatz als auch bei den Hauptkonzepten weisen Einzelfälle unterdurchschnittliche Leistungen auf, die bestehende Wortfindungsstörungen belegen. Darüber hinaus zeigten PWE teils ein auffälliges Diskursverhalten, indem viele irrelevante Details wie das Aussehen der Personen genannt wurden. Die Daten werden im Zusammenhang mit medizinischen (z.B. Medikation) und neuropsychologischen Daten (z.B. Gedächtnisleistung, Exekutivfunktionen) der einzelnen Patient:innen analysiert.

P08 | Evidenzbasierte Praxis im Studium Patholinguistik

EBP feiern – Qualität teilen! Evidenzbasierte Praxis im Studium Patholinguistik
Samira Butzer & Nicole Stadie
Department Linguistik, Universität Potsdam

Das Poster gibt einen Einblick in das evidenzbasierte und wissenschaftlich fundierte therapeutische Handeln von knapp 400 Studierenden des B.Sc. Patholinguistik im Rahmen ihrer externen Praktika über einen Zeitraum von 14 Jahren (2012–2026). Im Fokus steht die Darstellung der im Praktikum entwickelten Handlungskompetenzen sowie die Umsetzung evidenzbasierter Praxis in der Diagnostik und Therapie von Menschen mit erworbenen Sprach- und Sprechstörungen (Aphasie, Sprechapraxie, Dysarthrie). Die an der Universität Potsdam gelehrten und in den externen Praktika angewandten standardisierten Vorgehensweisen in der Diagnostik, Therapieplanung und Evaluation therapeutischer Interventionen ermöglichen eine jahrgangsübergreifende Zusammenführung und vergleichende Darstellung der erhobenen Befunde (z.B. Lokalisation des funktionalen Störungsortes, Therapiefokus, Übungs- und Generalisierungseffekte). Die Ergebnisse zeigen, dass Studierende des B.Sc. Patholinguistik im Studium befähigt werden, individuell orientiert, effizient und wissenschaftlich begründet therapeutisch zu handeln. Zugleich verdeutlichen die Ergebnisse den Beitrag der universitären Ausbildung zur evidenzbasierten Praxis und Qualitätssicherung in der sprachtherapeutischen Versorgung.

P07 | Dysphagie-Profile bei Multisystematrophie (MSA) und Progressiver supranukleärer Blickparese (PSP)

Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Dysphagie-Profil zeigen Patient:innen mit Multisystematrophie (MSA) im Vergleich zu Patient:innen mit Progressiver supranukleärer Blickparese (PSP): Ein Scoping Review
Katja Rost1, Anke Stüber2 & Ulrike Frank1
1 Department Linguistik, Universität Potsdam
2 Abteilung für Logopädie, Havellandkliniken, Nauen

Multisystematrophie (MSA) und die Progressive supranukleare Blickparese (PSP) zählen zu den atypischen Parkinson-Syndromen und gehen häufig mit Dysphagie einher, einem Symptom mit erheblicher prognostischer Relevanz. Dennoch fehlt bislang eine systematische, phasenbezogene Gegenüberstellung der zugrunde liegenden Dysphagie-Profile. Die vorliegende Arbeit adressiert diese Lücke und untersucht differenziert, wie sich Schluckstörungen bei MSA und PSP entlang der vier Schluckphasen manifestieren. Im Rahmen einer systematischen Literaturrecherche wurden acht Studien mit insgesamt 296 Patient:innen (204 MSA, 92 PSP) eingeschlossen. Die identifizierten 21 dysphagischen Symptome wurden extrahiert, den Schluckphasen zugeordnet und in gepoolten Prävalenzen zusammengeführt. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass MSA und PSP zwar einen gemeinsamen, pharyngeal dominierten Störungsrahmen aufweisen, sich jedoch in ihren Dysphagie-Profilen differenzieren lassen. Während MSA ein fokussiertes Muster mit Schwerpunkten in der oralen Transport- und pharyngealen Phase aufweist, präsentiert sich PSP als komplexes, phasenübergreifendes Störungsbild mit Beteiligung aller Schluckphasen. Eine phasenbezogene Schluckdiagnostik ist für die klinische Praxis bei atypischen Parkinson-Syndromen essenziell, um spezifische Symptommuster frühzeitig zu erkennen, Aspirationsrisiken differenziert einzuschätzen und Interventionen priorisieren zu können.

P09 | Qualifikations- und Karriereverläufe von Professor:innen der Logopädie

Zwischen Therapie und Hochschule: Qualifikations- und Karriereverläufe von Professor:innen der Logopädie
Caroline Haupt1,2, Philipp Struck1, Sonja Rossi2 & Sabine Ludwig2
1 Katholische Hochschule Mainz
2 Medizinische Universität Innsbruck

Die Akademisierung in der Logopädie hat neue Karrierewege in Forschung und Lehre eröffnet. Bislang ist jedoch wenig erforscht, welche Qualifikations- und Berufsverläufe Professor:innen der Logopädie bis zu ihrer Berufung durchlaufen. Im Rahmen einer BMFTR-geförderten bundesweiten Untersuchung wurden Bildungs- und Erwerbsbiografien von Professor:innen der Logopädie an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) analysiert. Berücksichtigt wurden akademische Qualifikationen sowie Tätigkeiten in Praxis, Forschung und Lehre entlang des Karriereverlaufs. Die Ergebnisse zeigen, dass die Berufspraxis zunächst eine zentrale Rolle spielt: Vor Abschluss der Promotion waren ca. 90% der Professor:innen weiterhin in der logopädischen Versorgung tätig. Zwischen Promotion und Berufung sank dieser Anteil auf ca. 10%, während Tätigkeiten in Forschung und Hochschullehre deutlich zunahmen. Erste Hochschulabschlüsse wurden überwiegend im Bachelor-/Mastersystem erworben, was auf die vergleichsweise junge Akademisierung der Profession hinweist. Die Befunde deuten darauf hin, dass die Promotion für viele Hochschullehrende einen entscheidenden Übergang von einer primär klinischen zu einer überwiegend akademischen Tätigkeit markiert. Die Ergebnisse liefern Orientierung für Nachwuchswissenschaftler:innen und eröffnen Perspektiven für die Weiterentwicklung akademischer Karrierewege in der Logopädie.

P02 | Morphologische Bewusstheit im Kindergarten

Morphologische Bewusstheit im Kindergarten erfassen – Erkenntnisse einer Pilotierung aus der Deutschschweiz
Britta Massie
Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Zürich

Die Pilotierung einer Testaufgabensammlung (MB-KG 4-7) zur Erfassung der morphologischen Bewusstheit (MB) bei Deutschschweizer Kindergartenkindern lieferte erste Hinweise auf früh vorhandene explizite MB-Kompetenzen bereits bei Vier- bis Siebenjährigen (Massie, 2026). Der Befund relativiert die verbreitete Annahme, MB entstehe vorwiegend durch den Schriftspracherwerb. Zugleich zeigte sich die Notwendigkeit, einzelne Testaufgaben und Items modellbasiert anzupassen. Für die Überarbeitung wurden unter anderem die Itemschwierigkeiten mit ChildLex-Lemmafrequenzen (Schroeder et al., 2015) korreliert. In einzelnen Testteilen zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang (bis ρ = .89), der jedoch nach Kontrolle für die Anzahl der Vergleiche (Benjamini-Hochberg) statistisch nicht abgesichert war. Die Befunde liefern einen vorsichtig zu wertenden Hinweis auf einen möglichen Frequenzeinfluss. Vor dem theoretischen Hintergrund der Unzulänglichkeiten von Sprachtestkonstruktion, nämlich dem Wechselspiel von Sprachkompetenz, Testaufgabe und Interaktion (Bachman, 2007), stellt das Poster die überarbeiteten Items sowie einen neuen Untertest zur expliziten, metasprachlichen MB vor. Im Ausblick wird die erneute Testung von Kindergartenkindern mit der Revision des MB-KG 4-7 skizziert. Langfristiges Ziel ist ein valides Diagnostikinstrument als Grundlage für Förder- und/oder Therapiemaßnahmen, auch im Hinblick auf den Schriftspracherwerb.

P01 | Neuroplastizität und Stillerfolg bei Frühgeborenen

Erfahrungsabhängige Neuroplastizität und Stillerfolg bei Frühgeborenen – Entwicklung eines evidenzinformierten konzeptionellen Frameworks
Maria Eicke-Lübeck
Johanniter Krankenhaus Treuenbrietzen, selbständige Still- und Laktationsexpert:in

Kontext: Der Stillbeginn Frühgeborener ist oft erschwert. Erfahrungsabhängige Neuroplastizität (NP) beschreibt, wie Erfahrungen die Entwicklung stillrelevanter neuronaler Funktionen beeinflussen, sodass sich die Prinzipien der NP zur Betrachtung des Stillfertigkeitserwerbs Frühgeborener anbieten.
Ziel: Die NP-Prinzipien hinsichtlich ihres Grades der empirischen Unterstützung im Kontext des Stillens Frühgeborener analysieren und ein praxisnahes Framework entwerfen.
Methode: Narrativer Review mittels relevanter Suchbegriffe in PubMed und Schneeballsuche in den Referenzlisten. Die Paper wurden hinsichtlich des Grades ihrer empirischen Unterstützung der NP-Prinzipien qualitativ eingeordnet und ein Framework zur fallbezogenen Betrachtung stillfördernder Maßnahmen vorgeschlagen.
Ergebnis: Die empirische Unterstützung für mögliche Assoziationen einzelner Prinzipien mit dem Stillfertigkeitserwerb war heterogen. Während etwa Specificity und Use it and Improve it vergleichsweise deutliche empirische Anknüpfungspunkte aufwiesen, waren diese für andere Prinzipien wie Repetition und Intensity begrenzt und indirekt. Betrachtet man NP-Prinzipien als potenziell relevante Bedingungen des Stillfertigkeitserwerbs, kann das abgeleitete Framework praxisnahe Stillförderhypothesen ermöglichen.
Schlussfolgerung: NP-Prinzipien können zur Betrachtung des Stillfertigkeitserwerbs Frühgeborener dienen. Das vorgeschlagene Framework bietet Möglichkeiten zur Generierung von Förder- und Forschungshypothesen.