Prävalenz und Persistenz isolierter Lesestörungen in den Klassenstufen 1 bis 3: Eine Gegenüberstellung verschiedener Diskrepanzen

Lea Wiehe, Katharina Weiland & Michael Wahl
Institut für Rehabilitationswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Die Forschung und Praxis mit Lese-Rechtschreibstörung (LRS) ist von unterschiedlichen Definitionen und deren Anwendungen geprägt (Klicpera, Schabmann, Gasteiger-Klicpera & Schmidt, 2017). In diesem Beitrag sollen zunächst verschiedene Klassifikationen vorgestellt und kritisch beleuchtet werden. Des Weiteren werden anhand einer Teilfragestellung des Projektes BLab (Blickbewegungen und ihre Bedeutung bei der Diagnose und Therapie von Lesestörungen) Prävalenz- und Persistenzraten von isolierten Lesestörungen unter Anwendung verschiedener Diskrepanzen vorgestellt, die abschließend mit ihren pädagogischen Konsequenzen beleuchtet werden sollen.

Entwicklung eines neurolinguistischen Befundes zum Satzverstehen

Romy Neise, Dorothea Pregla & Nicole Stadie
Universität Potsdam

Das Poster soll einen Einblick in die wesentlichen Bestandteile eines neurolinguistischen Befundes sowie in die Erstellung eines solchen für das auditive Verständnis von Sätzen geben. Der Fokus liegt dabei auf der transparenten Identifikation relevanter Einflussvariablen verschiedener Satzkonstruktionen und deren Einordnung in ein psycholinguistisches Modell zur Satzverarbeitung. Das Ziel dabei ist es, einen erklärenden Befund darzustellen, mit dem erhaltene und beeinträchtigte Leistungen von Personen mit Aphasie auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse aus der psycholinguistischen Forschung anschaulich und verständlich gemacht werden und somit ein Transfer in die sprachtherapeutische Praxis möglich ist, sowohl für die Diagnostik als auch für die Therapieableitung.

Pragmatische Kompetenzen von Kindern mit Fetalen Alkohol-Spektrum-Störungen

Svenja Obry & Bianca Bohn
Universität Erfurt

Die Sprachentwicklung bei Kindern mit Fetalen Alkohol-Spektrum-Störungen (FASD) wurde bisher nur wenig erforscht. Die soziale Kommunikation ist eines der Schlüsseldefizite der Kinder. Die Eltern von 25 Kindern mit FASD (5;0 bis 12;6 Jahre) beantworteten schriftlich die Fragen des Interviewleitfadens „Das Pragmatische Profil“ (Dohmen, Dewart & Summers, 2009). Die Antworten wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet und in Bezug zu Meilensteinen der physiologischen pragmatischen Entwicklung gesetzt.

Profiling der Lernbedürfnisse im Leseverständnis von Grundschulkindern

Sophie Gruhn, Eliane Segers, Jos Keuning & Ludo Verhoeven
Radboud Universität, Nijmegen & Cito, Institute for Educational Measurement, Arnhem

In dieser Studie wurde untersucht, ob anhand der Zusammenhänge zwischen dem globalen Leseverständnis und dessen zugrundeliegenden Komponenten innerhalb eines Texts mit und ohne Feedback unterschiedliche Leseverständnisprofile bei Grundschulkindern identifiziert werden können. In einem Pretest/Posttest-Design haben niederländische Dritt- bis FünftklässlerInnen 30 kurze Texte in einer digitalen Lernumgebung gelesen und jeweils eine globale Verständnisfrage beantwortet. Die TeilnehmerInnen wurden zufällig innerhalb der Klassen zwei experimentellen Bedingungen zugeordnet, mit entweder zusätzlichen Fragen vor dem Posttest über Wortbedeutungen vom Text mit Feedback (n=97) oder Fragen zu Wortbedeutungen und Satzintegrationen vom Text mit Feedback (n=98). Die Kontrollgruppe (n=98) beantwortete nur die globalen Verständnisfragen. Die Analysen zeigen, dass sich schwächere LeserInnen in den experimentellen Bedingungen, die Feedback benötigten, im globalen Verständnis der Texte verschlechterten, während dies bei stärkeren LeserInnen in den experimentellen Bedingungen, die kein Feedback benötigten, und in der Kontrollgruppe nicht der Fall war. Die Abnahme im globalen Leseverständnis war noch stärker für LeserInnen, die vom Feedback nicht profitierten. Die Notwendigkeit von Feedback und die Reaktion auf Feedback können dazu beitragen, SchülerInnen mit unterschiedlichen Leseverständnisfähigkeiten feiner zu differenzieren.

Von »dreineun« zu »neununddreißig«: Ein Therapiebeispiel zur Zahlwortproduktion im Deutschen

Sarah Düring, Ann-Katrin Laubscheer & Judith Heide
Universität Potsdam

Erworbene Störungen im Umgang mit Zahlen sind häufig mit Aphasien assoziiert und werden daher (auch) im sprachtherapeutischen Kontext behandelt. In unserem Beitrag erläutern wir das diagnostische und therapeutische Vorgehen und die Ergebnisse einer Therapie zur Zahlwortproduktion. Ziel der Therapie war es, dass der Patient die Zahlen von 1-100 korrekt benennen kann. Dieses Ziel wurde erreicht, indem der Patient gelernt hat, die Transkodierungsregeln für zusammengesetzte Zahlen (z.B. 42 –> zwei-und-vier-zig) systematisch anzuwenden.

Therapie von Wortfindungsstörungen bei Restaphasien: Ein systematischer Literaturüberblick und ein exemplarisches Behandlungskonzept

Maxi Wollenberg, Nicole Stadie & Sandra Hanne
Universität Bielefeld & Universität Potsdam

Dieser Beitrag setzt sich mit dem Störungsbild der Restaphasie auseinander. Mit Hilfe einer Literaturanalyse wurden Erkenntnisse über bisher berichtete Therapiemöglichkeiten bei milderen aphasischen Ausprägungen gewonnen, wobei der Schwerpunkt auf Wortfindungs- und Wortabrufstörungen lag, da diese oftmals persistierende Symptome bei Individuen mit Restaphasie darstellen und häufig zu Partizipationseinschränkungen im Alltag führen. Auf Grundlage der Literaturanalyse wurde zusätzlich ein theoretisch motiviertes Therapiekonzept für restaphasische Beeinträchtigungen der Wortfindung abgeleitet, das insbesondere auf einen Transfer in die Alltagskommunikation abzielt.

Diagnostische Fragestellungen und evidenzbasierte Aufgaben für lexikalisch-semantische Störungen der Schriftsprache bei Aphasie – Fokus: Schreiben

Sandra Hanne & Nicole Stadie
Universität Potsdam

Das Poster hat zum Ziel, die klinische Entscheidungsfindung bei erworbenen Dysgraphien hinsichtlich der Diagnosefindung und der Herleitung eines optimalen Behandlungsansatzes unter Berücksichtigung individueller Partizipationsziele zu unterstützen. Dazu werden aktuelle kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse über lexikalisch-semantische Wissensstrukturen und Verarbeitungsrouten vorgestellt, die beim Schreiben von Wörtern involviert sind. Dabei führt eine direkte Verknüpfung von neueren Forschungsergebnissen mit den Symptomen erworbener Dysgraphien zu präzisen diagnostischen Fragestellungen, die eine partizipationsorientierte und auf das individuelle Störungsprofil bezogene Planung des therapeutischen Handelns ermöglichen. Hierfür liefert der Beitrag vor allem auch evidenzbasierte Aufgaben für die Behandlung lexikalisch-semantischer Störungen des Schreibens und hebt deren Wirkmechanismen transparent hervor.

Diagnostische Fragestellungen und evidenzbasierte Aufgaben für lexikalisch-semantische Störungen der Schriftsprache bei Aphasie – Fokus: Lesen

Sandra Hanne & Nicole Stadie
Universität Potsdam

Das Poster hat zum Ziel, die klinische Entscheidungsfindung bei erworbenen Dyslexien hinsichtlich der Diagnosefindung und der Herleitung eines optimalen Behandlungsansatzes unter Berücksichtigung individueller Partizipationsziele zu unterstützen. Dazu werden aktuelle kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse über lexikalisch-semantische Wissensstrukturen und Verarbeitungsrouten vorgestellt, die beim Lesen von Wörtern involviert sind. Dabei führt eine direkte Verknüpfung von neueren Forschungsergebnissen mit den Symptomen erworbener Dyslexien zu präzisen diagnostischen Fragestellungen, die eine partizipationsorientierte und auf das individuelle Störungsprofil bezogene Planung des therapeutischen Handelns ermöglichen. Hierfür liefert der Beitrag vor allem auch evidenzbasierte Aufgaben für die Behandlung lexikalisch-semantischer Störungen des Lesen und hebt deren Wirkmechanismen transparent hervor.