Von »dreineun« zu »neununddreißig«: Ein Therapiebeispiel zur Zahlwortproduktion im Deutschen

Sarah Düring, Ann-Katrin Laubscheer & Judith Heide
Universität Potsdam

Erworbene Störungen im Umgang mit Zahlen sind häufig mit Aphasien assoziiert und werden daher (auch) im sprachtherapeutischen Kontext behandelt. In unserem Beitrag erläutern wir das diagnostische und therapeutische Vorgehen und die Ergebnisse einer Therapie zur Zahlwortproduktion. Ziel der Therapie war es, dass der Patient die Zahlen von 1-100 korrekt benennen kann. Dieses Ziel wurde erreicht, indem der Patient gelernt hat, die Transkodierungsregeln für zusammengesetzte Zahlen (z.B. 42 –> zwei-und-vier-zig) systematisch anzuwenden.

Therapie von Wortfindungsstörungen bei Restaphasien: Ein systematischer Literaturüberblick und ein exemplarisches Behandlungskonzept

Maxi Wollenberg, Nicole Stadie & Sandra Hanne
Universität Bielefeld & Universität Potsdam

Dieser Beitrag setzt sich mit dem Störungsbild der Restaphasie auseinander. Mit Hilfe einer Literaturanalyse wurden Erkenntnisse über bisher berichtete Therapiemöglichkeiten bei milderen aphasischen Ausprägungen gewonnen, wobei der Schwerpunkt auf Wortfindungs- und Wortabrufstörungen lag, da diese oftmals persistierende Symptome bei Individuen mit Restaphasie darstellen und häufig zu Partizipationseinschränkungen im Alltag führen. Auf Grundlage der Literaturanalyse wurde zusätzlich ein theoretisch motiviertes Therapiekonzept für restaphasische Beeinträchtigungen der Wortfindung abgeleitet, das insbesondere auf einen Transfer in die Alltagskommunikation abzielt.

Diagnostische Fragestellungen und evidenzbasierte Aufgaben für lexikalisch-semantische Störungen der Schriftsprache bei Aphasie – Fokus: Schreiben

Sandra Hanne & Nicole Stadie
Universität Potsdam

Das Poster hat zum Ziel, die klinische Entscheidungsfindung bei erworbenen Dysgraphien hinsichtlich der Diagnosefindung und der Herleitung eines optimalen Behandlungsansatzes unter Berücksichtigung individueller Partizipationsziele zu unterstützen. Dazu werden aktuelle kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse über lexikalisch-semantische Wissensstrukturen und Verarbeitungsrouten vorgestellt, die beim Schreiben von Wörtern involviert sind. Dabei führt eine direkte Verknüpfung von neueren Forschungsergebnissen mit den Symptomen erworbener Dysgraphien zu präzisen diagnostischen Fragestellungen, die eine partizipationsorientierte und auf das individuelle Störungsprofil bezogene Planung des therapeutischen Handelns ermöglichen. Hierfür liefert der Beitrag vor allem auch evidenzbasierte Aufgaben für die Behandlung lexikalisch-semantischer Störungen des Schreibens und hebt deren Wirkmechanismen transparent hervor.

Diagnostische Fragestellungen und evidenzbasierte Aufgaben für lexikalisch-semantische Störungen der Schriftsprache bei Aphasie – Fokus: Lesen

Sandra Hanne & Nicole Stadie
Universität Potsdam

Das Poster hat zum Ziel, die klinische Entscheidungsfindung bei erworbenen Dyslexien hinsichtlich der Diagnosefindung und der Herleitung eines optimalen Behandlungsansatzes unter Berücksichtigung individueller Partizipationsziele zu unterstützen. Dazu werden aktuelle kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse über lexikalisch-semantische Wissensstrukturen und Verarbeitungsrouten vorgestellt, die beim Lesen von Wörtern involviert sind. Dabei führt eine direkte Verknüpfung von neueren Forschungsergebnissen mit den Symptomen erworbener Dyslexien zu präzisen diagnostischen Fragestellungen, die eine partizipationsorientierte und auf das individuelle Störungsprofil bezogene Planung des therapeutischen Handelns ermöglichen. Hierfür liefert der Beitrag vor allem auch evidenzbasierte Aufgaben für die Behandlung lexikalisch-semantischer Störungen des Lesen und hebt deren Wirkmechanismen transparent hervor.

»Wortschatzsammler« im Unterricht: Entwicklung und Evaluation eines strategieorientierten, unterrichtsintegrierten Förderkonzepts

Tanja Ulrich & Inga Laßmann
Universität zu Köln

Im therapeutischen Setting hat sich der „Wortschatzsammler“ als effektive Interventionsmethode erwiesen, die Kinder mit lexikalischen Defiziten bei der eigenaktiven Erweiterung ihres Wortschatzes unterstützen kann. Im Rahmen eines DFG-geförderten Forschungsprojektes an der Universität zu Köln werden aktuell die erfolgreichen Prinzipien des Therapiekonzeptes in unterrichtliche Kontexte implementiert. Ziel des unterrichtlichen Förderkonzeptes ist es, allen Kindern grundlegende Wortlernstrategien zu vermitteln und so das Lernen des unterrichtlichen Fachwortschatzes zu optimieren. Die Effektivität dieses Förderkonzeptes wird im Rahmen einer randomisierten und kontrollierten Interventionsstudie evaluiert.

5 Schwytay: Inputspezifizierung

Jeannine Schwytay, Universität Potsdam
Dysgrammatismus: Nebensatzstrukturen mit Inputspezifizierung einführen

Workshopbeschreibung
„Du kriegst ganz viele Punkte, wegen bist du groß.“ Nachdem Kinder mit Dysgrammatismus die Verbzweitstellung erworben haben, übergeneralisieren sie diese häufig auf Nebensätze oder zeigen noch anhaltende Probleme mit den nebensatzeinleitenden Konjunktionen. In diesem Workshop lernen Sie, wie im Patholinguistischen Ansatz (PLAN, Kauschke & Siegmüller (Hrsg.) 2017) Inputspezifizierungen in der Therapie zum Aufbau von Nebensätzen eingesetzt werden.

Voraussetzungen
Es wird kein Vorwissen zum PLAN vorausgesetzt.

Über die Referentin
Jeannine Schwytay, Dipl.-Patholinguistin, ist seit 2001 akademische Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Psycholinguistik mit Schwerpunkt Spracherwerb der Universität Potsdam. Dort ist sie für die praktische Ausbildung im Bereich der Diagnostik und Therapie bei Sprachentwicklungsstörungen verantwortlich. Sie ist eine der Autorinnen der unter der Herausgeberschaft von Kauschke & Siegmüller (2012/2017) erschienenen „Materialien zur Therapie nach dem Patholinguistischen Ansatz: Syntax und Morphologie“.

4 Netzeband & Woywod: UK

Jonka Netzebandt, P.A.N. Zentrum/Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin
Petra Woywod, Praxis für NeuroLogopädie Sabine Eisenmann Berlin
UK digital: Tabletbasierte Lösungen für aphasische Kommunikationsbarrieren

Workshopbeschreibung
Digitale Medien sind aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Ganz selbstverständlich binden wir diese in unsere Alltagsaktivitäten und Alltagskommunikation ein. Sei es, um den Weg zum neuem Sportverein zu finden, Fotos vom letzten Ausflug in die Familiengruppe zu posten oder sich über neueste Entwicklungen zu privaten oder beruflichen Interessen zu informieren. Menschen mit Aphasie geht es da nicht anders als Nichtbetroffenen. Auch für sie ist die Nutzung von Smartphones und Tablets ein großer Gewinn und kann oftmals ein Rettungsanker sein, wenn die verbale Kommunikation nicht mehr funktioniert.
Übergeordnetes Ziel des Workshops ist es, die Scheu vor dem Einsatz neuer Medien in der Aphasietherapie zu verringern und mit gängigen Vorurteilen bzgl. der Versorgung mit digitalen Helfern aufzuräumen. Dazu werden kurz aktuelle Studienergebnisse im Hinblick auf Erkenntnisse zu hilfreichen und weniger hilfreichen Features bei UK-/Kommunikations-Software für Menschen mit Aphasie vorgestellt und eine Auswahl verschiedener Programme und Software für den möglichen Einsatz in der Aphasietherapie gezeigt. Auch die Unterschiede zwischen funktionaler Kommunikation und funktionellen Sprachleistungen werden hier gegenübergestellt.
Etwas genauer wird auf den Aufbau und die Funktionsmöglichkeiten der App GoTalkNow (Attainment Company Ltd.) eingegegangen und der praktische Umgang geübt. Die TeilnehmerInnen sollen am Ende des Workshops verschiedene Seiten (Felderseite, Tastaturseite, Szenenseite) zu unterschiedlichen Zwecken programmieren und sichern können sowie fertige Seiten aus der GTN-community-cloud herunterladen können.
Um das Aufrufen und Ausprobieren von UK-Software und das Programmieren eigener Seiten im Programm GoTalkNow praktisch lernen und üben zu können, werden wir direkt in Kleingruppen an Tablets arbeiten.

Vorbereitung/Voraussetzungen
Wer ein eigenes iOS-Tablet besitzt, sollte dieses bitte mitbringen und evtl. vorher schon die (kostenlose) Liteversion der App installieren.

3 Tenhagen: Taping

Anne Tenhagen, Europäische Fachhochschule Brühl
Der Einsatz des elastischen Tapes in der sprachtherapeutischen Praxis

Workshopbeschreibung
Das elastische Tape biete mittlerweile in vielen Disziplinen eine wertvolle Unterstützung der herkömmlichen Therapie. Durch die gezielte Anwendung kann die Therapieeffektivität gesteigert werden. Das Tape hat unterschiedliche Anwendungsgebiete und kann hierbei z.B. Muskulatur stärken oder schwächen sowie Haltungsgewohnheiten ändern. Auch in der Sprachtherapie finden sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten des Tapes u.a. im Bereich der Myofunktionellen Therapie (z.B. Mund- und Kieferschluss), Stimme (z.B. Haltung, Tonusregulation, Atmung) und Neurologie (z.B. Fazialisparese, Schlucken).
Innerhalb des Workshops wird ein Überblick über das Wirkprinzip und Anwendungsmöglichkeiten gegeben. Die Teilnehmer werden aus einer Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten drei ausgewählte Anlagen praktisch ausprobieren:

  • Entspannung des M. trapezius (gerne ein Unterhemd tragen)
  • Tonisierung des M. orbicularis oris zur Unterstützung des Mundschlusses, Indikationsanlage Fazialisparese

Vorbereitung/Voraussetzungen
Bitte verwenden Sie vor dem Seminar keine fetthaltigen Cremes.
Tragen Sie gern ein Unterhemd.
Bitte bringen Sie eine Schere mit (Tape wird gestellt)!

Über die Referentin
Anne Tenhagen (M.Sc.) ist Logopädin. Im Anschluss an ihre Ausbildung in Göttingen absolvierte sie den interdisziplinären Bachelor an der HS Osnabrück und beschäftigte sich in ihrer Bachelorarbeit erstmals mit dem Taping zur Behandlung eines inkompletten Mundschlusses. Seit 2015 gibt sie Fortbildungen zum Einsatz des elastischen Tapes in der Logopädie. Nach dem Master der Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH Aachen ist sie derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der EUFH in Brühl, als angestellte Logopädin und freiberufliche Dozentin tätig.