Programm

Nur ein Wort? Diagnostik und Therapie von Wortabrufstörungen bei Kindern und Erwachsenen

Alle Informationen finden Sie auch im aktuellen Herbsttreffen-Flyer.
UhrzeitProgrammpunkt
ab 8.30Tageskasse & Registrierung
9.00 – 9.05Begrüßung
9.05 – 10.35Hauptvorträge 1 & 2 »Wortabruf bei Aphasie«
10.35 – 10.45Postervorstellung
10.45 – 11.15Poster, Aussteller & Kaffeepause 1
11.15 – 12.45Hauptvorträge 3 & 4 »Wortabruf bei Kindern und Jugendlichen«
12.45 – 14.00Mittagspause (Mensa)
14.00 – 15.15Kurzpräsentationen: Mehrsprachigkeit, Diagnostik-App & Selbsthilfe
15.15 – 15.30Posterpreisverleihung
15.30 – 16.15Poster, Aussteller & Kaffeepause 2
16.15 – 17.45parallele Workshops
17.45Ende der Veranstaltung

Hauptvorträge

Dr. Nicole Stadie, Universität Potsdam
Diagnostische Herausforderungen und evidenzbasierte Aufgaben für die Behandlung der mündlichen Wortproduktion bei Aphasie

Dr. Kerstin Richter, Universität Bielefeld
BILEX & BIKOMPLEX: Ein Twinset zur Therapie von Wortfindungsstörungen bei Restaphasie

 

Prof. Dr. Christian W. Glück, Universität Leipzig
Thema: Wortfindungsstörungen im Grundschul- und jungen Erwachsenenalter

PD Dr. Tanja Ulrich, Universität zu Köln
Wortschatzsammler-Therapie bei Wortfindungsstörungen

Kurzpräsentationen

Prof. Dr. Annegret Klassert, Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam
Wortschatz und Wortfindung mehrsprachiger Kinder: Fallstricke bei der Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen

Carina Denise Krause, Berufsbildungswerk Leipzig
Diagnostik des auditiven Sprachverstehens bei Jugendlichen: die App Leipziger Sprach-Instrumentarium Jugend (LSI.J)

Mona Samuel, Aphasiker-Chor Berlin
Vom Wort zum Lied – Musikalische Eindrücke aus der Selbsthilfe

 

Workshops

Die Tabelle zeigt die Zahl der aktuell verfügbaren Plätze.

Workshop-
Nummer
Referentin/
Referent
KurztitelAnzahl
freier Plätze
1Michael SchneiderPolternausgebucht (Warteliste)
2Almuth ScheddinTK-Management8
3Anne TenhagenTapingausgebucht (Warteliste)
4Jonka Netzebandt & Petra WoywodUK9
5Jeannine SchwytayInputspezifizierung8

Klicken Sie auf einen Workshop, um detaillierte Informationen anzuzeigen.

Michael Schneider, Schule für Logopädie, Universitätsklinikum Münster
Poltern – Mehr als nur zu schnelles Sprechen: Neue Perspektiven zur Behandlung eines komplexen Störungsbildes

Workshopbeschreibung
Poltern ist mehr als nur zu schnelles Sprechen. Auch die traditionelle Zuschreibung zu den Redeflussstörungen wird dem Syndrom Poltern nicht gerecht. Bereits Weiss (1964) charakterisiert das Syndrom Poltern als „zentrale Störung des sprachlichen Gleichgewichts“, das einen Mikrokosmos nahezu aller Sprech- und Sprachstörungen umfassen kann und darüber hinaus häufig mit sprachübergreifenden Beeinträchtigungen assoziiert ist. Zu Beginn des Workshops wird anhand ausgewählter Videoausschnitte das komplexe Erscheinungsbild des Polterns exemplarisch veranschaulicht. Auf der Grundlage des Sprachproduktionsmodells nach Levelt (1989) werden dann vier Arbeitshypothesen vorgestellt, die einen strukturierenden Zugang zum diagnostischen und therapeutischen Vorgehen bieten. Hinweise zu metakommunikativen Interventionen und die Vorstellung der Kernbereiche der Übungsebene schließen den Workshop ab und vermitteln neue Handlungsperspektiven und Motivation für die Arbeit mit polternden Klienten.

Literaturempfehlung
Schneider, M. (2017). Poltern. In M. Grohnfeldt (Hrsg.), Kompendium der akademischen
Sprachtherapie und Logopädie, Band 3 (242–253). Stuttgart: Kohlhammer.

Almuth Scheddin, Neurologische Rehabilitationsklinik Beelitz
Trachealkanülenmanagement im Spiegel neurogener Dysphagien

Workshopbeschreibung
In Kürze soll der Bogen zwischen der definierten Ausgangssituation (Patient mit geblocktem Kanülensystem), dem Sekretmanagement und der Schluckperformance gespannt werden – da alles in einem engen Zusammenhang steht.
Die Fragestellung „Provoziert ein Kanülensystem Aspiration und unterstützt letztlich die Ausbildung von Dysphagien?“ wird ausführlich beleuchtet.
Wie können wir günstigstenfalls vorgehen und Patienten mit Potential erfolgreich dekanülieren?
Gibt es dafür Prädiktoren? Wie ist die Studienlage und die Standardentwicklung in Deutschland?
Damit können wir spielend einen ganzen Tag füllen – aber wir haben nur 1½h Zeit! Dennoch soll videounterstützt in aller Kürze auch auf folgende Inhalte Bezug genommen werden:

  • Einfluss des Kanülensystems auf Atmung und Atemwege
  • Entblockungsprozedere (praktische Tipps)
  • orale Ernährung mit TK, einschl. beatmete Patienten
  • Einsatz unterschiedlicher Stimmventile und künstlicher Nasen
  • Einblick ins klinikinterne TK-Management

Es ist keine „Kanülenkunde“ geplant. Sollte dies jedoch von der Mehrheit gewünscht sein, ändere ich den Inhalt dahingehend.

Vorbereitung/Voraussetzungen
Grundkenntnisse auf den Ebenen Anlage des Tracheostomas und Indikation, Kanülentypen und Indikation sowie endotracheales Absaugen (Indikation und Durchführung) sind empfehlenswert, aber keine Voraussetzung für die Teilnahme am Workshop.

Über die Referentin

  • Ausbildung zur Logopädin (RWTH Aachen, Abschluss 1993)
  • langjähriger Aufbau und Leitung der logopädischen Abteilung der neurologischen Fachkliniken Beelitz-Heilstätten seit 1996
  • logopädische Supervisorin; mitverantwortlich für Standarderstellung/Qualitätsmanagement
  • mehrjährige Arbeit im Intensiv- und Beatmungsbereich
  • zwischenzeitig Lehrlogopädin, Honorardozentin sowie langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin der Berliner Schlaganfallallianz

Literatur
Scheddin A. (2012). Interdisziplinäre Rehabilitation tracheotomierter Patienten mit neurogenen Dysphagien (ND) aus sprachtherapeutischer Perspektive. In E. Klemm E. & A. Nowak (Hrsg.), Kompendium der Tracheotomie ( 161–175 ). Berlin, Heidelberg: Springer.

Anne Tenhagen, Europäische Fachhochschule Brühl
Der Einsatz des elastischen Tapes in der sprachtherapeutischen Praxis

Workshopbeschreibung
Das elastische Tape biete mittlerweile in vielen Disziplinen eine wertvolle Unterstützung der herkömmlichen Therapie. Durch die gezielte Anwendung kann die Therapieeffektivität gesteigert werden. Das Tape hat unterschiedliche Anwendungsgebiete und kann hierbei z.B. Muskulatur stärken oder schwächen sowie Haltungsgewohnheiten ändern. Auch in der Sprachtherapie finden sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten des Tapes u.a. im Bereich der Myofunktionellen Therapie (z.B. Mund- und Kieferschluss), Stimme (z.B. Haltung, Tonusregulation, Atmung) und Neurologie (z.B. Fazialisparese, Schlucken).
Innerhalb des Workshops wird ein Überblick über das Wirkprinzip und Anwendungsmöglichkeiten gegeben. Die Teilnehmer werden aus einer Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten drei ausgewählte Anlagen praktisch ausprobieren:

  • Entspannung des M. trapezius (gerne ein Unterhemd tragen)
  • Tonisierung des M. orbicularis oris zur Unterstützung des Mundschlusses, Indikationsanlage Fazialisparese

Vorbereitung/Voraussetzungen
Bitte verwenden Sie vor dem Seminar keine fetthaltigen Cremes.
Tragen Sie gern ein Unterhemd.
Bitte bringen Sie eine Schere mit (Tape wird gestellt)!

Über die Referentin
Anne Tenhagen (M.Sc.) ist Logopädin. Im Anschluss an ihre Ausbildung in Göttingen absolvierte sie den interdisziplinären Bachelor an der HS Osnabrück und beschäftigte sich in ihrer Bachelorarbeit erstmals mit dem Taping zur Behandlung eines inkompletten Mundschlusses. Seit 2015 gibt sie Fortbildungen zum Einsatz des elastischen Tapes in der Logopädie. Nach dem Master der Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH Aachen ist sie derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der EUFH in Brühl, als angestellte Logopädin und freiberufliche Dozentin tätig.

Jonka Netzebandt, P.A.N. Zentrum/Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin
Petra Woywod, Praxis für NeuroLogopädie Sabine Eisenmann Berlin
UK digital: Tabletbasierte Lösungen für aphasische Kommunikationsbarrieren

Workshopbeschreibung
Digitale Medien sind aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Ganz selbstverständlich binden wir diese in unsere Alltagsaktivitäten und Alltagskommunikation ein. Sei es, um den Weg zum neuem Sportverein zu finden, Fotos vom letzten Ausflug in die Familiengruppe zu posten oder sich über neueste Entwicklungen zu privaten oder beruflichen Interessen zu informieren. Menschen mit Aphasie geht es da nicht anders als Nichtbetroffenen. Auch für sie ist die Nutzung von Smartphones und Tablets ein großer Gewinn und kann oftmals ein Rettungsanker sein, wenn die verbale Kommunikation nicht mehr funktioniert.
Übergeordnetes Ziel des Workshops ist es, die Scheu vor dem Einsatz neuer Medien in der Aphasietherapie zu verringern und mit gängigen Vorurteilen bzgl. der Versorgung mit digitalen Helfern aufzuräumen. Dazu werden kurz aktuelle Studienergebnisse im Hinblick auf Erkenntnisse zu hilfreichen und weniger hilfreichen Features bei UK-/Kommunikations-Software für Menschen mit Aphasie vorgestellt und eine Auswahl verschiedener Programme und Software für den möglichen Einsatz in der Aphasietherapie gezeigt. Auch die Unterschiede zwischen funktionaler Kommunikation und funktionellen Sprachleistungen werden hier gegenübergestellt.
Etwas genauer wird auf den Aufbau und die Funktionsmöglichkeiten der App GoTalkNow (Attainment Company Ltd.) eingegegangen und der praktische Umgang geübt. Die TeilnehmerInnen sollen am Ende des Workshops verschiedene Seiten (Felderseite, Tastaturseite, Szenenseite) zu unterschiedlichen Zwecken programmieren und sichern können sowie fertige Seiten aus der GTN-community-cloud herunterladen können.
Um das Aufrufen und Ausprobieren von UK-Software und das Programmieren eigener Seiten im Programm GoTalkNow praktisch lernen und üben zu können, werden wir direkt in Kleingruppen an Tablets arbeiten.

Vorbereitung/Voraussetzungen
Wer ein eigenes iOS-Tablet besitzt, sollte dieses bitte mitbringen und evtl. vorher schon die (kostenlose) Liteversion der App installieren.

Jeannine Schwytay, Universität Potsdam
Dysgrammatismus: Nebensatzstrukturen mit Inputspezifizierung einführen

Workshopbeschreibung
„Du kriegst ganz viele Punkte, wegen bist du groß.“ Nachdem Kinder mit Dysgrammatismus die Verbzweitstellung erworben haben, übergeneralisieren sie diese häufig auf Nebensätze oder zeigen noch anhaltende Probleme mit den nebensatzeinleitenden Konjunktionen. In diesem Workshop lernen Sie, wie im Patholinguistischen Ansatz (PLAN, Kauschke & Siegmüller (Hrsg.) 2017) Inputspezifizierungen in der Therapie zum Aufbau von Nebensätzen eingesetzt werden.

Voraussetzungen
Es wird kein Vorwissen zum PLAN vorausgesetzt.

Über die Referentin
Jeannine Schwytay, Dipl.-Patholinguistin, ist seit 2001 akademische Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Psycholinguistik mit Schwerpunkt Spracherwerb der Universität Potsdam. Dort ist sie für die praktische Ausbildung im Bereich der Diagnostik und Therapie bei Sprachentwicklungsstörungen verantwortlich. Sie ist eine der Autorinnen der unter der Herausgeberschaft von Kauschke & Siegmüller (2012/2017) erschienenen „Materialien zur Therapie nach dem Patholinguistischen Ansatz: Syntax und Morphologie“.

 

Posterbeiträge

Klicken Sie auf einen Postertitel für AutorInnen-Informationen und eine Kurzbeschreibung.
Informationen zum Posterformat finden Sie hier.

Tanja Ulrich & Inga Laßmann
Universität zu Köln

Im therapeutischen Setting hat sich der „Wortschatzsammler“ als effektive Interventionsmethode erwiesen, die Kinder mit lexikalischen Defiziten bei der eigenaktiven Erweiterung ihres Wortschatzes unterstützen kann. Im Rahmen eines DFG-geförderten Forschungsprojektes an der Universität zu Köln werden aktuell die erfolgreichen Prinzipien des Therapiekonzeptes in unterrichtliche Kontexte implementiert. Ziel des unterrichtlichen Förderkonzeptes ist es, allen Kindern grundlegende Wortlernstrategien zu vermitteln und so das Lernen des unterrichtlichen Fachwortschatzes zu optimieren. Die Effektivität dieses Förderkonzeptes wird im Rahmen einer randomisierten und kontrollierten Interventionsstudie evaluiert.

Sandra Hanne & Nicole Stadie
Universität Potsdam

Das Poster hat zum Ziel, die klinische Entscheidungsfindung bei erworbenen Dyslexien hinsichtlich der Diagnosefindung und der Herleitung eines optimalen Behandlungsansatzes unter Berücksichtigung individueller Partizipationsziele zu unterstützen. Dazu werden aktuelle kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse über lexikalisch-semantische Wissensstrukturen und Verarbeitungsrouten vorgestellt, die beim Lesen von Wörtern involviert sind. Dabei führt eine direkte Verknüpfung von neueren Forschungsergebnissen mit den Symptomen erworbener Dyslexien zu präzisen diagnostischen Fragestellungen, die eine partizipationsorientierte und auf das individuelle Störungsprofil bezogene Planung des therapeutischen Handelns ermöglichen. Hierfür liefert der Beitrag vor allem auch evidenzbasierte Aufgaben für die Behandlung lexikalisch-semantischer Störungen des Lesen und hebt deren Wirkmechanismen transparent hervor.

Sandra Hanne & Nicole Stadie
Universität Potsdam

Das Poster hat zum Ziel, die klinische Entscheidungsfindung bei erworbenen Dysgraphien hinsichtlich der Diagnosefindung und der Herleitung eines optimalen Behandlungsansatzes unter Berücksichtigung individueller Partizipationsziele zu unterstützen. Dazu werden aktuelle kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse über lexikalisch-semantische Wissensstrukturen und Verarbeitungsrouten vorgestellt, die beim Schreiben von Wörtern involviert sind. Dabei führt eine direkte Verknüpfung von neueren Forschungsergebnissen mit den Symptomen erworbener Dysgraphien zu präzisen diagnostischen Fragestellungen, die eine partizipationsorientierte und auf das individuelle Störungsprofil bezogene Planung des therapeutischen Handelns ermöglichen. Hierfür liefert der Beitrag vor allem auch evidenzbasierte Aufgaben für die Behandlung lexikalisch-semantischer Störungen des Schreibens und hebt deren Wirkmechanismen transparent hervor.

Maxi Wollenberg, Nicole Stadie & Sandra Hanne
Universität Bielefeld & Universität Potsdam

Dieser Beitrag setzt sich mit dem Störungsbild der Restaphasie auseinander. Mit Hilfe einer Literaturanalyse wurden Erkenntnisse über bisher berichtete Therapiemöglichkeiten bei milderen aphasischen Ausprägungen gewonnen, wobei der Schwerpunkt auf Wortfindungs- und Wortabrufstörungen lag, da diese oftmals persistierende Symptome bei Individuen mit Restaphasie darstellen und häufig zu Partizipationseinschränkungen im Alltag führen. Auf Grundlage der Literaturanalyse wurde zusätzlich ein theoretisch motiviertes Therapiekonzept für restaphasische Beeinträchtigungen der Wortfindung abgeleitet, das insbesondere auf einen Transfer in die Alltagskommunikation abzielt.

Sarah Düring, Ann-Katrin Laubscheer & Judith Heide
Universität Potsdam

Erworbene Störungen im Umgang mit Zahlen sind häufig mit Aphasien assoziiert und werden daher (auch) im sprachtherapeutischen Kontext behandelt. In unserem Beitrag erläutern wir das diagnostische und therapeutische Vorgehen und die Ergebnisse einer Therapie zur Zahlwortproduktion. Ziel der Therapie war es, dass der Patient die Zahlen von 1-100 korrekt benennen kann. Dieses Ziel wurde erreicht, indem der Patient gelernt hat, die Transkodierungsregeln für zusammengesetzte Zahlen (z.B. 42 –> zwei-und-vier-zig) systematisch anzuwenden.

Sophie Gruhn, Eliane Segers, Jos Keuning & Ludo Verhoeven
Radboud Universität, Nijmegen & Cito, Institute for Educational Measurement, Arnhem

In dieser Studie wurde untersucht, ob anhand der Zusammenhänge zwischen dem globalen Leseverständnis und dessen zugrundeliegenden Komponenten innerhalb eines Texts mit und ohne Feedback unterschiedliche Leseverständnisprofile bei Grundschulkindern identifiziert werden können. In einem Pretest/Posttest-Design haben niederländische Dritt- bis FünftklässlerInnen 30 kurze Texte in einer digitalen Lernumgebung gelesen und jeweils eine globale Verständnisfrage beantwortet. Die TeilnehmerInnen wurden zufällig innerhalb der Klassen zwei experimentellen Bedingungen zugeordnet, mit entweder zusätzlichen Fragen vor dem Posttest über Wortbedeutungen vom Text mit Feedback (n=97) oder Fragen zu Wortbedeutungen und Satzintegrationen vom Text mit Feedback (n=98). Die Kontrollgruppe (n=98) beantwortete nur die globalen Verständnisfragen. Die Analysen zeigen, dass sich schwächere LeserInnen in den experimentellen Bedingungen, die Feedback benötigten, im globalen Verständnis der Texte verschlechterten, während dies bei stärkeren LeserInnen in den experimentellen Bedingungen, die kein Feedback benötigten, und in der Kontrollgruppe nicht der Fall war. Die Abnahme im globalen Leseverständnis war noch stärker für LeserInnen, die vom Feedback nicht profitierten. Die Notwendigkeit von Feedback und die Reaktion auf Feedback können dazu beitragen, SchülerInnen mit unterschiedlichen Leseverständnisfähigkeiten feiner zu differenzieren.

Svenja Obry & Bianca Bohn
Universität Erfurt

Die Sprachentwicklung bei Kindern mit Fetalen Alkohol-Spektrum-Störungen (FASD) wurde bisher nur wenig erforscht. Die soziale Kommunikation ist eines der Schlüsseldefizite der Kinder. Die Eltern von 25 Kindern mit FASD (5;0 bis 12;6 Jahre) beantworteten schriftlich die Fragen des Interviewleitfadens „Das Pragmatische Profil“ (Dohmen, Dewart & Summers, 2009). Die Antworten wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet und in Bezug zu Meilensteinen der physiologischen pragmatischen Entwicklung gesetzt.