Zwischen Therapie und Hochschule: Qualifikations- und Karriereverläufe von Professor:innen der Logopädie
Caroline Haupt1,2, Philipp Struck1, Sonja Rossi2 & Sabine Ludwig2
1 Katholische Hochschule Mainz
2 Medizinische Universität Innsbruck
Die Akademisierung in der Logopädie hat neue Karrierewege in Forschung und Lehre eröffnet. Bislang ist jedoch wenig erforscht, welche Qualifikations- und Berufsverläufe Professor:innen der Logopädie bis zu ihrer Berufung durchlaufen. Im Rahmen einer BMFTR-geförderten bundesweiten Untersuchung wurden Bildungs- und Erwerbsbiografien von Professor:innen der Logopädie an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) analysiert. Berücksichtigt wurden akademische Qualifikationen sowie Tätigkeiten in Praxis, Forschung und Lehre entlang des Karriereverlaufs. Die Ergebnisse zeigen, dass die Berufspraxis zunächst eine zentrale Rolle spielt: Vor Abschluss der Promotion waren ca. 90% der Professor:innen weiterhin in der logopädischen Versorgung tätig. Zwischen Promotion und Berufung sank dieser Anteil auf ca. 10%, während Tätigkeiten in Forschung und Hochschullehre deutlich zunahmen. Erste Hochschulabschlüsse wurden überwiegend im Bachelor-/Mastersystem erworben, was auf die vergleichsweise junge Akademisierung der Profession hinweist. Die Befunde deuten darauf hin, dass die Promotion für viele Hochschullehrende einen entscheidenden Übergang von einer primär klinischen zu einer überwiegend akademischen Tätigkeit markiert. Die Ergebnisse liefern Orientierung für Nachwuchswissenschaftler:innen und eröffnen Perspektiven für die Weiterentwicklung akademischer Karrierewege in der Logopädie.

