Profiling der Lernbedürfnisse im Leseverständnis von Grundschulkindern

Sophie Gruhn, Eliane Segers, Jos Keuning & Ludo Verhoeven
Radboud Universität, Nijmegen & Cito, Institute for Educational Measurement, Arnhem

In dieser Studie wurde untersucht, ob anhand der Zusammenhänge zwischen dem globalen Leseverständnis und dessen zugrundeliegenden Komponenten innerhalb eines Texts mit und ohne Feedback unterschiedliche Leseverständnisprofile bei Grundschulkindern identifiziert werden können. In einem Pretest/Posttest-Design haben niederländische Dritt- bis FünftklässlerInnen 30 kurze Texte in einer digitalen Lernumgebung gelesen und jeweils eine globale Verständnisfrage beantwortet. Die TeilnehmerInnen wurden zufällig innerhalb der Klassen zwei experimentellen Bedingungen zugeordnet, mit entweder zusätzlichen Fragen vor dem Posttest über Wortbedeutungen vom Text mit Feedback (n=97) oder Fragen zu Wortbedeutungen und Satzintegrationen vom Text mit Feedback (n=98). Die Kontrollgruppe (n=98) beantwortete nur die globalen Verständnisfragen. Die Analysen zeigen, dass sich schwächere LeserInnen in den experimentellen Bedingungen, die Feedback benötigten, im globalen Verständnis der Texte verschlechterten, während dies bei stärkeren LeserInnen in den experimentellen Bedingungen, die kein Feedback benötigten, und in der Kontrollgruppe nicht der Fall war. Die Abnahme im globalen Leseverständnis war noch stärker für LeserInnen, die vom Feedback nicht profitierten. Die Notwendigkeit von Feedback und die Reaktion auf Feedback können dazu beitragen, SchülerInnen mit unterschiedlichen Leseverständnisfähigkeiten feiner zu differenzieren.

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