1 Schneider: Poltern

Michael Schneider, Schule für Logopädie, Universitätsklinikum Münster
Poltern – Mehr als nur zu schnelles Sprechen: Neue Perspektiven zur Behandlung eines komplexen Störungsbildes

Workshopbeschreibung
Poltern ist mehr als nur zu schnelles Sprechen. Auch die traditionelle Zuschreibung zu den Redeflussstörungen wird dem Syndrom Poltern nicht gerecht. Bereits Weiss (1964) charakterisiert das Syndrom Poltern als „zentrale Störung des sprachlichen Gleichgewichts“, das einen Mikrokosmos nahezu aller Sprech- und Sprachstörungen umfassen kann und darüber hinaus häufig mit sprachübergreifenden Beeinträchtigungen assoziiert ist. Zu Beginn des Workshops wird anhand ausgewählter Videoausschnitte das komplexe Erscheinungsbild des Polterns exemplarisch veranschaulicht. Auf der Grundlage des Sprachproduktionsmodells nach Levelt (1989) werden dann vier Arbeitshypothesen vorgestellt, die einen strukturierenden Zugang zum diagnostischen und therapeutischen Vorgehen bieten. Hinweise zu metakommunikativen Interventionen und die Vorstellung der Kernbereiche der Übungsebene schließen den Workshop ab und vermitteln neue Handlungsperspektiven und Motivation für die Arbeit mit polternden Klienten.

Literaturempfehlung
Schneider, M. (2017). Poltern. In M. Grohnfeldt (Hrsg.), Kompendium der akademischen
Sprachtherapie und Logopädie, Band 3 (242–253). Stuttgart: Kohlhammer.

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