Behandlung von Wortabrufstörungen bei Probanden mit Alzheimer Demenz: Semantische Komplexität und Wortflüssigkeit

Anita Bethge, Sandra Hanne & Nicole Stadie
Department Linguistik, Universität Potsdam

Wortabrufstörungen, die sich beim Benennen und in Wortflüssigkeitsaufgaben beobachten lassen, treten bei Menschen mit Alzheimer Demenz (AD) oft schon im frühen Stadium auf und nehmen im Krankheitsverlauf weiter zu (Kempler, 1991; Crossley, D’Arcy & Rawson, 1997). Die Ergebnisse vorangegangener Studien weisen darauf hin, dass mit einem erfolglosen Zugriff auf die Wortform auch ein progredienter Verlust semantischer Repräsentationen einhergeht (Martin, 1992). Ziele der vorliegenden Studie ist a) die Evaluation der Wirksamkeit einer semantisch basierten Benenntherapie bei Menschen mit Alzheimer Demenz und b) die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Reaktivierung semantischer Merkmale und der Leistung in einer Wortflüssigkeitsaufgabe, die auf die Produktion semantischer Merkmale abzielt. In Übereinstimmung mit den Vorhersagen des Komplexitätsansatzes in der Sprachtherapie (Thompson et al., 2003) führte das Training mit atypischen Vertretern einer semantischen Kategorie bei zwei von drei Probanden zu einer Verbesserung der Benennleistung für die geübten atypischen Items als auch zu einer Generalisierung auf weniger komplexe typische Items, die im Rahmen der Therapie nicht beübt wurden. Nach dem Vorgehen in der Therapie, d.h. dem Bearbeiten semantischer Merkmale für jedes Übungsitem kam es zu einem verbesserten schnellen sukzessiven Abrufs dieser Merkmale in der Elizitierungsaufgabe.

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